Gewohnheiten Kreativer Denken

Gewohnheit: Journal

Journal

Kennst du das, wenn du mit einer neuen Gewohnheit anfängst, total euphorisch bist und dann nach 2 Tagen wieder aufhörst?

Ein Journal zu führen ist für mich genau so eine Gewohnheit. Ich habe schon mehrmals damit angefangen ein Journal zu führen, aber ich habe es tatsächlich nie länger als 4 oder 5 Tage durchgehalten. Ich glaube der entscheidende Grund warum ich es nicht gebacken bekommen habe ist, dass ich mir zu viel vorgenommen habe.

Gestern war mein 23. Geburtstag, eine perfekte Gelegenheit es noch ein mal zu versuchen. Aber diesmal richtig.

Warum soll ich ein Journal führen?

Ein Journal führen. Eine Art Tagebuch. Was soll der Quatsch überhaupt?

Der größte Vorteil eines Journals ist Selbstreflektion:

  • Ein Journal hilft dir aus Fehlern zu lernen.
  • Ein Journal hilft dir gute Ideen zu finden.
  • Ein Journal macht dich glücklicher, indem du die positiven Seiten deines Lebens näher betrachtest als sonst.
  • Du kannst zurück schauen und siehst, wie du deine Zeit genutzt hast.

Und wie funktioniert das Ganze?

Ein Journal zu führen ist nicht schwer. Zunächst stehst du vor einer Entscheidung:

1. Buch oder PC?

Wirst du ein analoges oder ein digitales Tagebuch führen?

Ein Buch hat ein paar Vorteile:

  • Es ist persönlicher, da du per Hand schreibst. Das hat den psychologischen Effekt, dass du dir die Einträge stärker verinnerlichst als wenn du sie nur eintippst.
  • Du kannst es dir jeden Tag an der selben Stelle platzieren z.B. auf deinem Frühstückstisch oder auf deinem Nachttisch. Dadurch fällt es dir leichter eine Gewohnheit aus der ganzen Sache zu machen. Schlafenszeit – Journalzeit.

Aber wir leben auch in einer digitalen Welt und vielleicht bist du nicht glücklich mit der Idee, dass praktisch jeder dein Journal lesen könnte und deine Fingernägel rollen sich hoch, wenn du nur daran denkst jeden Tag etwas per Hand schreiben zu müssen.

Dann ist die Frage die du dir stellen solltest:

Welches Programm darf es sein?

Ich persönlich benutze zur Zeit das Programm „Day One”. http://dayoneapp.com/ Das gibt es für  8,99€ im Mac Appstore. Ich habe es schon ein paar Tage im Vorfeld zu diesem Artikel ausprobiert und schätze verschiedene Dinge daran:

  • Es ist einfach zu bedienen.
  • Es bietet eine Dropbox Synchronisation.
  • Ich kann Bilder einfügen, wenn ich das möchte.
  • Es hat ein schlankes Design, dass mich nicht vom wesentlichen ablenkt.

Weitere Programme die du benutzen kannst:

2. Wann und wie oft soll ich schreiben?

Ich denke, du solltest mindestens 5-6 Tage die Woche etwas in dein Journal schreiben. Du solltest definitiv nicht mehr als 2 Tage am Stück verpassen, sonst wirst du nachlässig. (Ich spreche aus Erfahrung.)

Am besten führst du dein Journal jeden Tag zur selben Zeit. Also entweder direkt nach dem Aufstehen, beim Frühstück oder kurz bevor du ins Bett gehst. Es sollte eine Zeit sein, die du an den meisten Tagen einhalten kannst. Es dauert ja nicht länger als ein paar Minuten.

Falls du Software nutzt und kein Buch hast, dass dich jeden Tag an der selben Stelle erwartet, dann richte dir eine Erinnerung ein. Das funktioniert in fast jeder To-Do-Listen App, beispielsweise in Wunderlist, indem du eine neue Aufgabe erstellst und in den Optionen „täglich erinnern” oder dergleichen wählst.

Das Ganze ist auch mit dem Google Kalender möglich, indem du dir einen wiederkehrenden Termin einrichtest, beispielsweise täglich 20 Uhr und dich dann per E-mail daran erinnern lässt.

3. Wie viel muss ich schreiben?

Vergleichsweise wenig. Dein Journal soll kein Roman werden.

Für den Anfang reichen nur ein paar Absätze oder Anstriche. Ich schreibe meistens nicht mehr als 3 oder 4 Absätze bzw. Anstriche.

Du kannst auch nur mit einem einzigen Satz beginnen um es dir zu einer festen Gewohnheit zu machen.

4. Was zur Hölle soll ich in mein Journal schreiben?

Dann ist der große Moment gekommen. Du sitzt vor der ersten leeren Seite. Vor dem leeren Dokument auf deinem Computer. Was nun?

Mach dir keine Sorgen. Es ist nicht weiter wild wenn dir erst mal nichts einfallen will. Und es kann durchaus sein, dass dir die ersten Sätze die du schreibst furchtbar banal vorkommen. (Mir ging es zumindest so.) Aber mach dich nicht verrückt. Du bist höchstwahrscheinlich eh die einzige Person, die dein Journal jemals lesen wird. Außerdem geht es nicht darum wundervoll ausformulierte Sätze zu schreiben, sondern darum deinen Kopf leer zu bekommen und ein paar markante Punkte des Tages oder der letzten Tage zu Papier zu bringen.

Schreib einfach drauf los. Stell dir vor, du würdest einem guten Freund von deinem Tag erzählen. Nur das du in diesem Fall Gedanken und Sichtweisen hinzufügst, die du vielleicht nicht jedem Freund erzählen würdest.

Hier sind noch ein paar Ideen, was du schreiben könntest:

  • Wo bist du gerade im Leben? Bist du zufrieden?
  • Für was bist du dankbar?
  • Schreibe über deine Erfolge.
  • Schreibe über deine Fehler.
  • Schreibe deine Erkenntnisse, Einsichten und Ideen auf.
  • Denke über deinen Tag, deine Arbeit und dein Leben nach. Wie hast du dich weiterentwickelt?

5. Und dann?

Dann wird es Zeit, auf den richtigen Augenblick zu warten. Es liegt bei dir, wie oft du über deine Einträge reflektierst. Ein mal pro Woche? Ein mal pro Monat? Wenn du dich gerade danach fühlst?

Für den Anfang würde ich dir raten dein Journal ein mal pro Woche zu überprüfen. Dadurch siehst du was du erreicht hast, was du besser machen kannst und wie es läuft. Du bleibst am Ball und die Arbeit mit deinem Journal bleibt lebendig.

Ich persönlich verspreche mir viel von der Journal-Gewohnheit. Ich denke sie wird mir helfen bewusster auf meine Ziele hinzuarbeiten, bessere Entscheidungen zu treffen, neue Ideen zu finden und dankbarer für Dinge in meinem Leben zu sein, die ich als selbstverständlich ansehe.

Führst du schon ein Journal? Wie gehst du vor und hast du ein paar Tipps?

Beste Grüße

Über den Autor

Stefan Schimming

Meine Vision ist es einen Ort zu schaffen an dem junge Menschen praktische Skills lernen, sich vernetzen und austauschen können. Auf meinem Blog Routiniert.com schreibe ich über Gewohnheiten und helfe Menschen wie dir dabei produktiver zu arbeiten, kreativer zu denken und gesünder zu leben. Mehr über mich erfährst du hier >>

Kommentare

  • Hey Stefan,

    Ich hab auch schon öfter versucht mich daran zu gewöhnen Journal zu schreiben, hat nie wirklich geklappt. Ich muss aber sagen, dass es immer ein gutes Gefühl war. Ich hab beim ersten Versuch nach einigen Minuten gemerkt, dass ich viel zu sehr drauf geachtet habe, was ich wie schreibe, merkte dann, dass das total bescheuert war und hab seitdem immer, wenn ich es denn mal gemacht habe, einfach drauf los geschrieben, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Fazit: Trotz des Faktes, dass ich es nicht regelmäßig gemacht habe, habe ich gemerkt ,dass es meinen Kopf unheimlich frei gemacht und mir manchmal den Stress etwas genommen.
    Ich werde dank deines Artikels mal versuchen eine kleine Routine zu in dem Bereich aufzubauen.

    Übrigens sehe ich grade, dass ich die Day One App auf meinem Iphone sogar mal hatte. Die war beim ersten Erscheinen sogar kostenlos..auf dem Handy muss ich also nichts dafür ausgeben :)
    Wenn ich dann mal mein MacBook habe hoffe ich, dass es auch da nichts kostet.

    Grüße
    mach weiter so.

    • Hi Steffen,

      „ohne Rücksicht auf Verluste“ drauf los-schreiben ist die richtige Einstellung! ;)

      Und Dinge aufzuschreiben macht definitiv den Kopf freier, da gebe ich dir recht. Es steht ja dann schwarz auf weiß. Kein Grund mehr weiter nachzugrübeln.

      Beste Grüße
      Stefan

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